Aktion zu „COPERNICUS University Charta for Sustainable Development“

Entwickelt von der UNESCO, den europäischen Hochschulrektoren und dem Netzwerk „COPERNICUS-CAMPUS“ wurde die „COPERNICUS University Charta for Sustainable Development“ seit 1993 von über 300 europäischen Hochschulen unterzeichnet. Darunter befinden sich auch viele deutsche Hochschulen. Die Charta beschreibt die grundlegende Überzeugung der UnterzeichnerInnen, dass und insbesondere wie das Prinzip der „nachhaltigen Entwicklung“ Einzug in den Europäischen Hochschulraum als Ganzes finden soll. Dabei wird betont, dass bei den tiefgreifenden Änderungen im Zuge des Bologna-Prozesses das Prinzip der nachhaltigen Entwicklung nicht vergessen werden darf. Die Universitäten als Zentren des Wissens tragen hierbei die Verantwortung als Vorbild und Hilfe für die restliche Gesellschaft diesen Weg voranzugehen und Lösungsansätze aufzuzeigen.

Die „COPERNICUS Guidelines for Sustainable Development in the European Higher Education Area“ geben genaue Hilfestellungen dazu, wie das Ziel der Charta nachhaltige Entwicklung in alle Bereiche der Universität, also in Lehre, Forschung und Verwaltung, zu integrieren umgesetzt werden soll. Darunter findet sich auch die Ankündigung, dass die Unterzeichner der Charta bis zum Jahre 2009 eine Selbsteinschätzung bezüglich des Ist-Zustandes durchgeführt und sich strategische Ziele gesetzt haben, wie die Inhalte der Charta an der Universität lokal umgesetzt werden können (Abschnitt 8.1. der COPERNICUS Guidelines; s. Anlage). Spätestens 2010 soll laut Text der „Guidelines“ eine strategische Partnerschaft mit einer anderen europäischen Universität zur gemeinsamen Umsetzung der Charta aufgebaut worden sein. Beispiele für Umsetzungen sind z.B. die Einführung eines Studium Generale, das verpflichtende Inhalte zum Thema nachhaltige Entwicklung enthält, speziell konzipierte Lehrveranstaltungen zum Thema, zielgerichtete Unterstützung und Schärfung der Forschung auf diesem Gebiet, die Überprüfung und Analyse der Ressourcennutzung in allen Bereichen, u.a. durch ein Umweltmanagementsystem. Bei der Umsetzung sollen die StudierendenvertreterInnen ausdrücklich (Abschnitt 6, COPERNICUS Guidelines) beteiligt werden.

Da bisher von Seiten der Hochschulleitungen und der verantwortlichen universitären Gremien die mit der Unterschrift gemachten Zusagen ganz unterschiedlich, von überhaupt nicht bis sehr gut, umgesetzt worden sind, sollten die Studierendenvertretungen einen Bericht bei den zuständigen Gremien einfordern, inwieweit die COPERNICUS-Charta umgesetzt wurde. Dazu haben wir in Würzburg als Studierende über den Studentischen Konvent (das bayrische Pendant zum Studierendenparlament) und den Sprecher- und Sprecherinnenrat (die Exekutive der Studierendenvertretung) diese Anfrage mit der Bitte um einen Bericht an die Hochschulleitung weitergeleitet. Einen Muster-Text, der für die Verwendung an anderen Hochschulen nur noch leicht abgeändert werden muss, kann man unten herunterladen.

Die Entwicklung der Hochschulen und der Gesellschaft hin zu einem besseren Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen für die kommenden Generationen, darf an den Hochschulen kein Nischen-Thema mehr sein. Die Hochschulen müssen sich ihrer Verantwortung bewusst werden. In Zeiten leerer Kassen und große Umwälzungen im Bereich der Lehre durch den Bologna-Prozess darf dieser Aspekt nicht vergessen werden. Deswegen möchten wir alle ermutigen, die Anfrage ebenfalls zu stellen, oder auf anderen Wegen das Thema an ihre Hochschulen zu bringen!

Wir vom Netzwerk haben uns überlegt, dass man die Anträge dann möglichst gleichzeitig an die verschiedenen Hochschulleitung leiten könnte. Mit einer Pressemitteilung über die Kanäle der Mitglieder des Netzwerks könnte man noch mehr Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit schaffen, und damit nicht zuletzt auch den Druck auf die Hochschulen erhöhen. Um das koordinieren zu können, folgende Bitte: Wenn ihr den Antrag stellen bzw. bei eurer Hochschulleitung anfragen wollt, schreibt bitte, sobald ihr einen Termin wisst, an: info at klimagerechte-hochschule.de! Wir melden uns dann und versuchen uns an einer deutschlandweiten Koordination.

Maximilian Fries
für den AK Ökologie der Universität Würzburg

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