Klimagerechtigkeit

Unser Netzwerk bezieht sich auf den Begriff »Klimagerechtigkeit« im doppelten Sinne - zum einen fordern wir, dass Hochschulen sich dem Problem des Klimawandels angemessen, also klimagerecht verhalten. Zum anderen hat Klimagerechtigkeit aber auch eine Bedeutung im Sinne globaler Gerechtigkeit.

Historisch sind die Industrieländer für den größten Anteil der CO2-Emissionen verantwortlich. Deswegen bedeutet Klimagerechtigkeit für uns, dass Veränderungen vor allem hier stattfinden müssen und nicht auf Kosten der Menschen im globalen Süden stattfinden dürfen. Maßnahmen zum Klimaschutz müssen sozial gerecht gestaltet werden und müssen die Interessen derer berücksichtigen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind.

Hochschulen haben eine gesellschaftliche Vorbildfunktion und sind somit im besonderen Maße verantwortlich für gesellschaftliche Entwicklungen. Deswegen fordern wir als Netzwerk klimagerechte Hochschule, dass hier besondere Anstrengungen in Richtung Energiesparen, Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien unternommen werden müssen. Desweiteren muss Forschung und Lehre in allen Fachbereichen an Klimaschutz und Klimagerechtigkeit ausgerichtet werden. Besonderes Augenmerk soll dabei auch auf den Wissenstransfer in Länder des globalen Südens gelegt werden.

Konkret fordern wir für unsere Hochschulen:

* Die Umstellung der Hochschulen auf Ökostrom. Hochschulen sollen ihren Strom von Anbietern beziehen, die Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien bereitstellen und in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren.
* Verstärktes Ausschöpfen von Energiesparpotentialen und Energieeffizienz an Hochschulen, etwa bei der Neuanschaffung von technischen Geräten, bei Baumaßnahmen und Renovierungsarbeiten.
* Klimafreundliches Essen in der Mensa. Das Essen soll ausschließlich aus ökologischem Anbau stammen, außerdem sollen regionale und saisonale Lebensmittel bevorzugt werden. Jede Mensa sollte vegetarische und vegane Gerichte anbieten. Kaffee, Schokolade und andere Importprodukte aus dem globalen Süden müssen den Richtlinien des fairen Handels entsprechen.
* StudentInnen sollen zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs animiert werden, in erster Linie durch ein günstiges Semesterticket und gute Bus- und Bahnverbindungen in den Hochschulstätten. Campus und Umgebung müssen Fußgänger- und Fahrradfreundlich gestaltet werden. Wir wollen einen autofreien Campus.
* Langfristig sollten Hochschulen anstreben, ihre Energieversorgung selbst zu gewährleisten und somit ihren Betrieb CO2-neutral gestalten.
* Klimaschutz muss Thema in allen dafür relevanten Fachbereichen in Forschung und Lehre sein. Ökologisch ausgerichtete Fachbereiche müssen gestärkt werden.
* An Hochschulen gewonnene Forschungsergebnisse müssen frei von Patenten und geistigen Eigentumsrechten für Entwicklung im globalen Süden verfügbar gemacht werden.