Aktionswoche 25. bis 31. Mai

Plakat Ökostromkampagne
„Bildungspolitik ist Klimapolitik – Energiewende an Hochschulen jetzt!“

Unter dem Kampagnen-Slogan „Hochschulen unter ökoStrom“, finden in der beginnenden Woche im gesamten Bundesgebiet studentische Aktionen für einer bessere Klimapolitik an deutschen Hochschulen statt. In verschiedenen Städten, darunter Berlin, Lüneburg, Marburg, Leipzig und Flensburg, werben Studierende des „Netzwerks Klimagerechte Hochschule“ auf kreative Weise für einen verantwortungsvollen Umgang der Universitäten mit dem Thema Klimawandel – mit einer spektakulären Kletteraktion, aber auch Filmvorführungen und thematischen Frühstücken.

Bilder der Aktion in Marburg

Das „Netzwerk Klimagerechte Hochschulen“ besteht aus etwa 20 verschiedenen Hochschulgruppen in ganz Deutschland. Ziel ist es, das Thema „Ökostrom und Energieeffizienz“ an Studierende und an Hochschulen heranzutragen und damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. So wird ein Schwerpunkt der Aktionswoche darin liegen, Studierende über ihre Möglichkeiten zu informieren, mit einem Wechsel zu einem Ökostromanbieter das Klima zu schonen.

In Marburg an der Lahn spannten AktivistInnen des Netzwerks ein fünf Meter langes Banner mit der Aufschrift „Bildungspolitik ist Klimapolitik – Energiewende an Hochschulen jetzt“!, über die Luisa-Haeuer-Brücke, nahe der Universität. Sie machten damit auf die Bedeutung von Bildung im Bezug auf die Bekämpfung des Klimawandels aufmerksam. „Öffentliche Bildungseinrichtungen haben eine besondere Verantwortung in der Gesellschaft. Sie sollten auch im Bereich Umwelt- und Klimaschutz eine Vorreiterrolle einnehmen“, so Chris Kunig vom Netzwerk. „Leider ist das nur selten der Fall“.

Positive Beispiele gibt es dennoch: Die Philipps-Universität Marburg kommt ihrer Verantwortung inzwischen ein Stück weit nach und hat die Stromneuausschreibung unter ökologischen Kriterien noch für dieses Jahr angekündigt. „Wir begrüßen diesen Schritt“, kommentiert Jan Vales, Vertreter der „Grünen Hochschulgruppe Marburg“. Die Gruppe ist Mitglied im Netzwerk und hat sich für den Wechsel eingesetzt. „Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass der eingekaufte Ökostrom gewisse Ansprüche erfüllt und nicht einfach nur „grün angestrichen“ wird“, so Jan Vales weiter. „Nur dann ergibt sich ein tatsächlicher Nutzen für den Klimaschutz“.
Die Stromausschreibung des Berliner Senats im letzten Monat hat deutlich gemacht, dass der Einsatz von Zertifikaten, mit deren Hilfe Atom- und Kohlestrom zu Ökostrom „grün gewaschen“ wird, gängige Praxis ist.

„Oft sind sich Studis nicht bewusst, wie einfach ein Wechsel zu einem guten Ökostromanbieter ist“, so Timo Eckhardt vom AStA-Ökologiereferat aus Lüneburg, Mitbegründer des Netzwerks. „Es dauert 10 min und man ist raus aus der Finanzierung von klimaschädlicher Kohleverstromung und der Risikotechnologie Atomkraft“. Eckhardt und seine Gruppe veranstalten am Dienstag Mittag ein „Stromwechselpicknick“ an der Universität Lüneburg, um ihre Kommilitonen als Klimaretter zu gewinnen. Bei Kaffee und Brötchen können sich Studierende hier zu Fragen rund um Stromanbieterwechsel und Ökostromanbieter beraten lassen.

Protest und Aufklärung sind also weiterhin notwendig. Das sich 2008 gegründete Netzwerk sieht diese Aktionswoche als einen Auftakt zu weiteren Kampagnen für eine klimagerechte Hochschulpolitik.