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Bilder von der Aktionswoche aus Marburg



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16.02.2010, Netzwerk Klimagerechte Hochschule
„Netzwerk Klimagerechte Hochschule“ reagiert auf klimapolitische Schlappe in Kopenhagen – zivilgesellschaftliches Engagement ist gefragt!

Die Klimaverhandlungen in Kopenhagen sind gescheitert. Mit einem Kampagnen- Leitfaden zeigt das studentische Netzwerk Wege auf, wie Studierende an ihren Hochschulen Klimaschutz selbst umsetzen können.

16.02.2010, Marburg, Leipzig, Berlin – Das „Netzwerk Klimagerechte Hochschule“ hat in einem knapp 50 - seitigen Papier Erfahrungen und Praxistipps zu studentischen Kampagnen zum Thema Ökostrom an Universitäten zusammen getragen. Der Leitfaden zeigt auf, wie sich Studierende an ihren Hochschulen und Studentenwerken erfolgreich für eine saubere Stromversorgung einsetzen können.

Den Inhalt des Leitfadens fasst Susanne Brehm von der Uni Leipzig, eine der Autorinnen und Mitbegründerin des Netzwerks, wie folgt zusammen: „Der Leitfaden beschreibt einerseits, wie eine öffentliche Stromausschreibung abläuft und wie Hochschulen oder Studentenwerke dabei ganz konkret ökologische Kriterien festlegen könne. Zum anderen beinhaltet er Argumentationsstrategien und Erfahrungsberichte von verschiedenen studentischen Kampagnen zu Ökostrom an Hochschulen. Es ist eine Art Baukasten, welcher versucht für jede mögliche Situation Hilfestellungen zu geben“. Zudem enthält der Leitfaden eine Liste mit Kriterien, welche jede Stromausschreibung nach Ansicht des Netzwerks beinhalten sollte.

„Die internationalen Klimaschutzverhandlungen in Kopenhagen haben uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig zivilgesellschaftliches Engagement ist. Wenn auf internationaler Ebene keine effektiven Klimaschutzmaßnahmen vorangetrieben werden, müssen wir vor Ort beginnen einen klimagerechten Umgang mit Energie zu praktizieren“, so Chris Kunig, Sprecher des Netzwerks.

An dieser Stelle setzt das Netzwerk an. Es verbindet bundesweit mehr als 15 Hochschulgruppen und studentische Ökologie- und Umweltreferate welche das Ziel haben, Ökostrom an Universitäten und Studierende heranzutragen. So organisierte das Netzwerk im vergangenen Jahr eine bundesweite Aktionswoche zum Thema privater Stromwechsel von Studierenden und Lehrenden. Der Start der Aktionswoche wurde durch eine Kletteraktion von Netzwerk-AktivistInnen in Marburg eingeleitet.

Der Leitfaden wird der Start für eine Reihe von Kampagnen an verschiedenen Hochschulen sein. So unterstützt das „Netzwerk Klimagerechte Hochschulen“ Studierende hessischer Hochschulen, welche sich dafür einsetzen, die Energieversorgung aller Hochschulen und anderen öffentlichen Einrichtungen des gesamten Bundeslandes auf guten Ökostrom umzustellen.

Der Leitfaden ist im Internet unter folgender Adresse verfügbar:
http://www.klimagerechte-hochschule.de/projekt



16.02.2010, Netzwerk Klimagerechte Hochschule
Studentisches „Netzwerk Klimagerechte Hochschule“ kritisiert die Universität- Trier für zu wenig Umweltbewusstsein und gesellschaftliche Vorbildfunktion

Stadtwerke Trier Versorgungs-GmbH erhält den Zuschlag für die zukünftige Stromversorgung der Universität Trier. Damit wird die Uni für einen jährlichen CO2- Ausstoß von ca. 5 Mio. Tonnen verantwortlich sein.

16.07.09, Trier, Lüneburg, Marburg – Das studentische „Netzwerk Klimagerechte Hochschule“ bedauert, dass die Universität- Trier in Zukunft weiterhin auf eine Stromversorgung durch überwiegend Atom- und Kohlestrom setzt. In der europaweiten Ausschreibung für den Stromliefervertrag wurden ökologische Kriterien nicht berücksichtigt. Allein der preisliche Vorteil der SWT Stadtwerke Trier Versorgungs-GmbH sicherte ihr den Zuschlag von fast 10 Mio. kWh pro Jahr.

Der von den Stadtwerken Trier gelieferte Strom stammt zu 48,7% aus fossilen, klimaschädlichen Energieträgern wie Braun- und Steinkohle. Weitere 19,9% kommen aus Atomkraftwerken. Zudem gehört die Versorgungs-GmbH zu 18,7% der RWE AG, einem der größten Klimaverschmutzer Europas.

„Die Uni- Trier wird somit für einen jährlichen CO2- Ausstoß von ca. 5 Mio. Tonnen verantwortlich sein“, kommentiert der Pressesprecher des Netzwerks, Chris Kunig, das Ergebnis der Ausschreibung. „Gesellschaftliche Verantwortung sieht jedoch anders aus! Öffentliche Bildungseinrichtungen haben eine besondere Vorbildfunktion in der Gesellschaft und sollten auch im Bereich Umwelt- und Klimaschutz eine Vorreiterrolle einnehmen. Eine Energieversorgung durch Erneuerbare Energien ist ein zentraler Bestandteil dieser Aufgabe“, erklärt Kunig weiter.

Eine nachhaltige Stromversorgung der Universität Trier ist somit in weite Ferne gerückt. Zwischen zwei und drei Jahren läuft der Stromliefervertrag mit den Stadtwerken Trier. Es zeigt einmal mehr, dass ökologisch nachhaltiges Handeln, auch öffentlicher Einrichtungen, nicht von allein erwartet werden kann. Vielmehr bedarf es einem starken gesellschaftliche Druck von Unten.

Genau an dieser Stelle will das Netzwerk ansetzten. Es besteht aus vielen verschiedenen Hochschulgruppen in ganz Deutschland, welche das Ziel haben, dass Thema „Klimawandel“ an die Studenten und Universitäten heranzutragen. Neben der Forderung nach Ökostom an allen Hochschulen, besteht die Arbeit des Netzwerks darin, StudentInnen über ihre Möglichkeiten zu informieren, mit einem Wechsel zu einem Ökostromanbieter das Klima zu schonen.

„Oft sind sich Studis nicht bewusst, wie einfach ein Wechsel zu einem guten Ökostomanbieter ist“, so Timo Eckhardt, Mitbegründer des Netzwerks und Umweltreferent der Leuphana Universität in Lüneburg „Wenn Universitäten, wie die Uni- Trier, ihrer Verantwortung für unser Klima nicht nachkommen wollen, müssen wir Studenten und Studentinnen selbst Handeln“.

Das Netzwerk Klimagerechte Hochschule fordert, dass das in Zukunft bei Ausschreibungen öffentlicher Einrichtungen ökologische Kriterien mit berücksichtigt werden und die Stromversorgung durch 100% Erneuerbare Energien sichergestellt wird.



Pressemitteilung zur Aktionswoche des Netzwerks klimagerechte Hochschule
25.05.2009

Plakat Ökostromkampagne

„Bildungspolitik ist Klimapolitik – Energiewende an Hochschulen jetzt!“

Unter dem Kampagnen-Slogan „Hochschulen unter ökoStrom“, finden in der beginnenden Woche im gesamten Bundesgebiet studentische Aktionen für einer bessere Klimapolitik an deutschen Hochschulen statt. In verschiedenen Städten, darunter Berlin, Lüneburg, Marburg, Leipzig und Flensburg, werben Studierende des „Netzwerks Klimagerechte Hochschule“ auf kreative Weise für einen verantwortungsvollen Umgang der Universitäten mit dem Thema Klimawandel – mit einer spektakulären Kletteraktion, aber auch Filmvorführungen und thematischen Frühstücken.

Das „Netzwerk Klimagerechte Hochschulen“ besteht aus etwa 20 verschiedenen Hochschulgruppen in ganz Deutschland. Ziel ist es, das Thema „Ökostrom und Energieeffizienz“ an Studierende und an Hochschulen heranzutragen und damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. So wird ein Schwerpunkt der Aktionswoche darin liegen, Studierende über ihre Möglichkeiten zu informieren, mit einem Wechsel zu einem Ökostromanbieter das Klima zu schonen.

In Marburg an der Lahn spannten AktivistInnen des Netzwerks ein fünf Meter langes Banner mit der Aufschrift „Bildungspolitik ist Klimapolitik – Energiewende an Hochschulen jetzt“!, über die Luisa-Haeuer-Brücke, nahe der Universität. Sie machten damit auf die Bedeutung von Bildung im Bezug auf die Bekämpfung des Klimawandels aufmerksam. „Öffentliche Bildungseinrichtungen haben eine besondere Verantwortung in der Gesellschaft. Sie sollten auch im Bereich Umwelt- und Klimaschutz eine Vorreiterrolle einnehmen“, so Chris Kunig vom Netzwerk. „Leider ist das nur selten der Fall“.

Positive Beispiele gibt es dennoch: Die Philipps-Universität Marburg kommt ihrer Verantwortung inzwischen ein Stück weit nach und hat die Stromneuausschreibung unter ökologischen Kriterien noch für dieses Jahr angekündigt. „Wir begrüßen diesen Schritt“, kommentiert Jan Vales, Vertreter der „Grünen Hochschulgruppe Marburg“. Die Gruppe ist Mitglied im Netzwerk und hat sich für den Wechsel eingesetzt. „Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass der eingekaufte Ökostrom gewisse Ansprüche erfüllt und nicht einfach nur „grün angestrichen“ wird“, so Jan Vales weiter. „Nur dann ergibt sich ein tatsächlicher Nutzen für den Klimaschutz“.
Die Stromausschreibung des Berliner Senats im letzten Monat hat deutlich gemacht, dass der Einsatz von Zertifikaten, mit deren Hilfe Atom- und Kohlestrom zu Ökostrom „grün gewaschen“ wird, gängige Praxis ist.

„Oft sind sich Studis nicht bewusst, wie einfach ein Wechsel zu einem guten Ökostromanbieter ist“, so Timo Eckhardt vom AStA-Ökologiereferat aus Lüneburg, Mitbegründer des Netzwerks. „Es dauert 10 min und man ist raus aus der Finanzierung von klimaschädlicher Kohleverstromung und der Risikotechnologie Atomkraft“. Eckhardt und seine Gruppe veranstalten am Dienstag Mittag ein „Stromwechselpicknick“ an der Universität Lüneburg, um ihre Kommilitonen als Klimaretter zu gewinnen. Bei Kaffee und Brötchen können sich Studierende hier zu Fragen rund um Stromanbieterwechsel und Ökostromanbieter beraten lassen.

Protest und Aufklärung sind also weiterhin notwendig. Das sich 2008 gegründete Netzwerk sieht diese Aktionswoche als einen Auftakt zu weiteren Kampagnen für eine klimagerechte Hochschulpolitik.